Werte

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Persönliche Werte – Lebenswerte und Unternehmenswerte

Wenn ich mich umschaue, nehme ich wahr, dass viele Menschen sich damit beschäftigen, ihre nötigsten Grundbedürfnisse zu decken.

Angelehnt an die Maslowsche Bedürfnispyramide (US-amerikanischer Psychologe Abraham Maslow (1908–1970)) sind das Nahrungsmittel, sauberes Wasser, Kleidung und Schlaf. Dann kommen Sicherheit durch ein Dach über dem Kopf und Arbeit, die die Finanzierung der Grundbedürfnisse sicherstellt, hinzu – um schließlich von einer Ordnung, von Ritualen und einem sozialen Umfeld, das Beziehungen ermöglicht, ergänzt zu werden.

Andere glauben jedoch nur, dass sie dies tun und haben dabei Grundbedürfnis mit Konsum verwechselt.

Wieder andere Menschen kennen gar keine Angst, wenn es um die eigene Existenz geht und nehmen das, was sie glauben, nehmen zu müssen – weil es ihnen zustehe.

Und dann kenne ich Menschen, die sich wieder an Grundlegendes erinnern, den größeren Rahmen der globalen Zusammenhänge mit einbeziehen und danach streben, lebenswerte Bedingungen für nachfolgende Generationen zu schaffen.

Dazwischen gibt es ganz viele Menschen, die mal hierzu und mal dazu neigen und im Fahrwasser der Entwicklungen mit dahin strömen.

All diese Menschen haben etwas gemeinsam: Sie leben ihre Werte. Bewusst oder unbewusst.

Und niemandem darf man dies vorhalten.

Denn ein Jeder lebt in seiner, ganz eigenen, Welt. Da ist er hinein geboren worden, hat sich darin, an guten oder weniger guten Vorbildern orientierend, entwickelt und hat Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt. Daraus hat er sich dann seinen eigenen, ganz persönlichen Wertekanon zusammen gestrickt.

In heutigen Diskussionen erlebe ich, dass aber genau diese Vorhaltungen Vorrang haben, vor der zurückhaltenden Erkenntnis, das ein jeder ein Individuum ist – mit ganz eigenen Ansichten, Vorstellungen und Wertemaßstäben.

Jeder Mensch ist einzig – ist einzigartig

Selbst eineiige Zwillinge unterscheiden sich. Vielleicht in der Spontanität, in der Kleidungswahl oder in wen sie sich verlieben… auch hier werden die einzigartigen Besonderheiten des Individuums Mensch sicht-, spür- und erlebbar.

Und dass ist eine entscheidende Erkenntnis. Denn nicht nur, dass damit auch klar ist, das jegliches Vergleichen hinfällig ist, sondern auch das Akzeptieren des Andersseins sollte dadurch leichter fallen.

Die Entwicklung der Menschheit ist gemäß dem Graves-System (Clare W. Graves (1914-1986)) geprägt von Epochen und systematischen Entwicklungen.

Anfangs war der Instinkt lebensrettend, dann kamen Rituale um Ordnung vorzugeben um vom Einzelkämpfer, der die Fesseln der einengenden Familie abschüttelt, ergänzt zu werden.

Loyalität und Pflichtbewusstheit kamen auf um dann von der individuellen Freiheit ausgebaut zu werden. Das Bewusstsein des sozialen Selbst führte nun vom Erfolgsmenschen zum sinnstiftenden Individuum in der Gemeinschaft. Von nun an gelingt es Menschen, befreit vom Konkurrenzdenken, die komplexen Weltgeschehnisse kompetent zu betrachten und verschiedene Lebensprogramme miteinander zu verknüpfen und in der nächsten Stufe gelingt es hoffentlich durch die Erkenntnis, dass die Probleme unserer Welt immer wechselseitig wirken, im Rahmen internationaler Netzwerke, alle Lebewesen in Harmonie zu vereinen.

Es kommt also bei der Betrachtung der Werte darauf an, in welchem Umfeld sich der Mensch befindet, welche Alltäglichkeiten er auszuhalten hat und mit welchen Problemen er kämpft.

Ich muss niemanden der alleinerziehend ist, gerade den Job verloren hat und die nächsten Schulbücher anzuschaffen sind, mit einer Aufgabe zur Rettung der Welt konfrontieren.

Prioritäten

Der Blick ist auf die eigene Existenzsicherung gerichtet, da ist ein anderer Horizont einfach zu groß.

Das bedeutet auch, wenn ich Menschen zu einem neuen Denken und Handeln bewegen möchte, so habe ich mein Tun und Handeln, meine Worte auf deren natürlichen Lebensfluss abzustellen.

Dabei sollte uns bewusst sein, dass wir bei der Schaffung von Lösungen für heutige Probleme, durchaus die Probleme unserer Kinder, also künftiger Generationen, erschaffen.

Doch gerade Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl junger Menschen werden heute von einer medialen Aufmerksamkeitsschlacht stark beeinflusst.

Welche Werte wollen wir daher transportieren?

Welche Werte wollen wir vorleben?

Damit auch weiterhin belastbare, harmonische Lösungen geschaffen werden können, lebenswerte Bedingungen vorherrschen und das Leben auf dieser Erde lebenswert bleibt.

Werte-Einordnung

Gerade in den letzten Monaten habe ich mir viele Gedanken zu meinen eigenen Werten gemacht. Und ich stellte fest, dass einige dieser Werte zwar schon lange in mir schlummerten, mir diese aber nicht bewusst waren.

Und dann habe ich erkannt, dass diese Werte nicht immer mit den gelebten Werten meiner Arbeitgeber übereinstimmten.

Oft hatte ich mich hinterfragt, mich und mein Verhalten, meine Setzung von Prioritäten angezweifelt.

Jetzt wurde mir deutlich, warum.

Also begann ich mich genauer mit dem Spannungsfeld der eigenen Werte und der Unternehmenswerte zu beschäftigen.

„Junge Fach- und Führungskräfte sind emanzipiert und wollen sich einbringen, wollen mitgestalten. Eine wertebasierte Unternehmens- und Führungskultur, die Sinn vermittelt und Partizipation ermöglicht, wird im unternehmerischen Umfeld an Bedeutung gewinnen.“ So heißt es in der Argumentationskette des Vereins Manufaktur für Führungskultur im Mittelstand.

Deswegen bin ich Mitglied in diesem Verein.

Auch deswegen oder gerade deswegen liegt es mir am Herzen etwas zu bewegen. Mich und andere zu bewegen.

zum Denken

zum Grübeln

zum Austauschen

zum Fantastieren

zum Handeln

Denn ich bin überzeugt, nur da wo eine weitgehende Werteübereinstimmung besteht, ist größtmögliche, positive Bereicherung möglich – und zwar auf den unterschiedlichsten Ebenen.

Es muss im grundlegenden also um die Schaffung und Förderung einer bestimmten Kultur gehen, die genau dies zulässt.

Was aber sind Werte auf deren Basis man Kultur gestalten kann?

Ist es der Systemgedanke eines Unternehmens oder die lösungsorientierte Technologie?

Oder die nötige Exzellenz im Wirken?

Hinter diesen „Werten“ stecken weitere Aussagen: Den Kunden auf seinem Wachstumsweg begleiten, anwendungsorientierte Gestaltung, leistungsstark sein, sich dem Kunden verpflichtet fühlen oder den hohen Qualitätsansprüchen der eigenen Lösungen genügen müssen.

Wenn man noch tiefer gräbt, stößt man bei vielen kommunizierten Unternehmenswerten auf folgende dahinterliegende Inhalte:

.Verlässlichkeit

.Vertrauen

.Verantwortungsbewusstsein

.Fairness

.Entscheidungsfreudigkeit

.Identifikation und Loyalität

.Sinnstiftung

.Kommunikation

.Glaubwürdigkeit

.Umweltbewusstsein, Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit

.Bescheidenheit

.Mut und Enthusiasmus

.Zusammengehörigkeit

.Begeisterung

.Wertschätzung

.Fehlertoleranz

.Ethik und Moral

.Inklusion

.Geschwindigkeit

.Zufriedenheit und Glück

.Vision

.Kundenorientierung

.Innovation

.Qualität

Vielleicht können Sie ein paar davon in Ihren eigenen, kommunizierten Unternehmenswerten wiedererkennen. Stellen Sie auch fest, dass diese ziemlich verklausuliert dargestellt werden?

„Zahlreiche Unternehmen haben sich freiwillig Leitlinien gegeben, die eine ethische Unternehmenskultur fördern und zu verantwortlichem und nachhaltigem Handeln ermutigen“, so die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Führungskräfte hätten eine Vorbildfunktion: „Nur wenn Werte in den Unternehmen auch gelebt werden, sind sie glaubwürdig.“

Wie sieht es in der Praxis aus – im Alltag?

Kennen die Mitarbeiter die definierten Unternehmenswerte? Kennen alle Führungskräfte die Unternehmenswerte?

Und werden diese im dahinter liegenden Sinn verstanden und entsprechend gelebt?

Zu häufig sind Diskriminierung, Fehlerahndung oder unterlassene Wertschätzung an der Tagesordnung. Es schleicht sich so schnell ein.

Es wird hier und da bemerkt, aber es wird unter der Decke gehalten… denn die Angst vor Repressalien ist größer als das schlechte Gefühl zuzuschauen oder sogar es selbst zu praktizieren.

Werte müssen gelebt werden.

Werte müssen bekannt sein.

Werte müssen erlaubt sein.

Der größere Sinn hinter solchen Grundsätzen ist das Ziel, gemeinsam ein Ziel zu verfolgen.

Einen Zweck zu erfüllen.

Doch wer kennt Ziel und Zweck schon?

Nach einer Umfrage der Hamburger Unternehmensberatung Rochus Mummert kennen nur die Hälfte der Beschäftigten die eigenen Unternehmenswerte. Krass! Noch krasser: Alle Manager der befragten Unternehmen waren der Überzeugung, die eigenen Mitarbeiter kennen die eigenen Leitbilder. Am krassesten: Nur 50% der Führungskräfte und der Mitarbeiter stimmen den eigenen Leitsätzen zu!

Schön platziert

Die schön ausformulierten Leitlinien der Unternehmen sind in der Regel auf der Homepage nachzulesen.

Damit die Kunden sehen, welch toller Partner man doch ist.

Das heißt: Die Kunden kennen oftmals die Werte – die Mitarbeiter dagegen eher nicht.

Das liegt zum Einen daran, dass sie noch nicht auf der Homepage entdeckt wurden und zum anderen vielleicht auch daran, dass im alltäglichen Arbeitstag andere Werte gelebt werden.

Das kann zu Missverständnissen führen, die schwierig bis gar nicht nachvollziehbar sind.

Das bedeutet dann möglicherweise Verlust der Glaubwürdigkeit, Verlust des Vertrauens, Verlust von Aufträgen, Verlust von Umsatz und Gewinn, Verlust von Arbeitsplätzen, Verlust von Standorten und ganzen Unternehmen.

Wer hätte das gedacht?

Im Gegensatz dazu gibt es Beispiele, dass bei besonders erfolgreichen Unternehmungen ein Zusammenhang zwischen Wertekultur und Erfolg feststellbar ist.

In diesen Unternehmen wurden Werte vereinbart, die auch intern bekannt sind.

Dort sind demzufolge die Zufriedenheit und die Identifikation mit dem Unternehmen höher.

Eine Erkenntnis

Werte geben im stressigen Alltag immer wieder Halt, geben Orientierung und sorgen im Handeln für Zusammenhalt. Dies spiegelt sich im Erfolg wider!
Das wirkt auch und besonders nach außen.

Dabei ist ebenso wichtig, dass die Wertigkeiten einzelner Werte in den Vorstellungen vom Mitarbeiter bis zum Geschäftsführer ähnlich sind.

Dazu gehört die offene Diskussion miteinander und die Bereitschaft des Mittragens eines Konsenses.
Und dazu gehört der fortwährende Dialog. Denn: Werte können sich ändern.

Sehr hilfreich sind auch ein paar einfache Kommunikationsregeln, wie Pünktlichkeit bei Meeting, ausreden lassen, respektvoller Umgang mit Kritik. Das bestärkt das Gefühl des Miteinanders.

Wenn alle an einem Strang ziehen, ist die Hebelwirkung unübersehbar und wird im Innen und im Außen spürbar – fühlbar – greifbar.

Aber eben auch angreifbar. Davor hat so mancher Firmenlenker durchaus Angst.

Wer jedoch offen eine Wertedebatte führt, muss sich nicht fürchten. Denn wenn ein jeder erkannt hat, dass die Unternehmenswerte mit den eigenen Werten weitgehend übereinstimmen, trägt er diese gerne mit und er steht mit Stolz für diese ein.

Denn unsere eigenen Werte sind uns wert-voll und sie sind erstrebens-wert und dem entsprechend handeln wir dann auch – jeder einzelne für sich und in der Gemeinschaft. So einfach ist das im Grunde.

In diesem Sinne, ist es sehr nützlich, für die eigene Unternehmenskultur, für die Einbindung der Mitarbeiter und die Mitarbeiterfindung sowie für die Beziehung zu Kunden, Liefer- und Geschäftspartnern, eigene Leitlinien mit Inhalt, mit Geist und Seele zu füllen und diese zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeder Etage des Unternehmens zu leben. Heute, morgen und übermorgen.