Hilfsbereitschaft

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Hilfsbereitschaft

Es ist wohl meinem jugendlichem Leichtsinn oder meiner Art unbeschwert das Leben zu genießen, zu verdanken, dass ich jüngst ein besonderes Erlebnis von Hilfsbereitschaft erleben durfte.

Da meine Tochter zuerst 350 km und seit einem Jahr nun 820 km entfernt lebt, war es eine große Freude sie und ihren Freund in Frankfurt zu treffen… das sind eben nur 254 km 🙂

Also ging es ans Köfferchen packen, Wandern im Taunus planen, Picknick im Palmengarten koordinieren – und mit meiner Freundin zusammen dann letztes Wochenende auf Frankfurt-Tour.

Mit Frankfurt konnte ich bis dahin nicht viel anfangen. Meine Erinnerungen waren nicht sonderlich positiv von viel Verkehr, unschönen Industriegebieten und Stress verbunden. Vor vielen Jahren dort immer wieder beruflich unterwegs, meiselte sich ein Bild in mein Hirn, das so gar nicht dem entsprach, was ich nun entdecken durfte.

Wunderschöne Fachwerkhäuser, ein Mainufer zum schlendern und eine Skyline-Kulisse mit abendlichem Sonnenrot umgarnt… wow… wunderschöne kleine Lädchen, leckere Torten in träumerischen Ambiente und jede Menge freundliche Menschen, viel zu sehen und zu entdecken.

Dazu der wundergrün angelegte und schön anzuschauende Palmengarten. Vieles haben wir noch nicht gesehen – das heißt, wir müssen wohl nochmal hier her…

Am Abend dann mit einem leckeren Eis in übergroßer Waffel, so wie ich es mag, über den Römer schlendern, hin zu den Feuerakrobaten, die sich gerade im Halbschatten des Brunnens zur Show treffen.

Da ich beim Zuschauen gern etwas erhöht stehe, springe ich auf einen metallgegossenen Würfel, der als Sitzgelegenheit hier so herum steht und – um im nächsten Moment realisieren zu müssen, dass ein einziger kleiner Zentimenter manchmal doch sehr viel sein kann.

Der Schmerz an Bein und Schulter waren zum Zerreißen, als ich am Boden liegend langsam erkennen musste, dass es beim Versuch des Sprungs geblieben war. Mein Schienbein war schon so sehr angeschwollen, dass ich Angst hatte, es platzt gleich auf und auch die Schulter bildete eine fast faustgroße Beule aus.

Und dann das schier Unfassbare – von überall her kamen Menschen, die besorgt ihre Hilfe anboten. Ein Eis im Becher wurde gereicht, um die Schulter zu kühlen, von irgendwoher kam plötzlich Crasheis, um das Bein herunterzukühlen… die Hilfe und die Anteilnahme und die Aufmerksamkeit waren so enorm, dass ich gar nicht wusste, wie mir geschah.

So viel Hilfsbereitschaft – so viel Sorge… so viel Menschlichkeit…

Auf diesem Weg bedanke ich mich bei all jenen, die sorgenvoll und mit vielen Genesungswünschen mich aufmunterten, sich rührend kümmerten.
Mein Gang ins Krankenhaus, den ich zuerst nicht ins Auge fasste, war gut und ergab: kein Bruch.

Zwischenzeitlich geht es mir schon wieder recht gut. Zwar sind die Schmerzen noch da, aber ich kann wieder fast schmerzfrei laufen und die Schulter wird auch wieder.

Ohne die schnelle Hilfe hätte es anders ausgehen können. Danke, danke, danke.
Wie schön, so viel Nächstenliebe live zu erleben. Die Liebe lebt, wir sind noch nicht verloren 🙂